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Digitaler Lawinen-Suchhund

Die Überlebenszeit unter einer Lawine ist kurz – ein Verschütteter hat kaum mehr Zeit als zwei Stunden. Bis dato konnten nur 19 Prozent aller Verschütteten lebend geborgen werden. Die Rettungshelfer kommen in vielen Fällen leider oft zu spät. ImWinter 1999 verursachten aussergewöhnliche Schnellfälle eine sehr aktive und heftige Lawinenaktivität. Es ist bekannt, dass höchste Lawinengefahr besteht, wenn im Gebirge sehr viel Neuschnee fällt und dazu noch windig ist. Dann enstehen gefährliche Ablagerungen, die sogenannten Schneebretter. Bei der schlimmsten Lawinenkatastrophe am 23. Februar 1999 im Schweizer Kanton Wallis und Tiroler Paznauntal musste man viele Todesopfer unter den Einheimischen und Touristen beklagen. Es wäre vielleicht möglich gewesen zahlreiche Verschüttete zu bergen, wenn diese einen Lawinenpiepser mitgeführt hätten.

»Die Erfahrungen von Bergwacht, Flugrettung und Polizei zeigen jedoch, dass Lawinenpiepser oft nicht mitgeführt werden«, sagt Wolfgang Inninger vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Prien.

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»Ein Handy hat hingegen fast jeder mit dabei. Deshalb wollen wir unser automatisches Ortungssystem verbessern, das auf Grundlage des künftigen europäischen Satellitennavigationssystem Galileo arbeitet. Mit dem neuen System ist es möglich die Verschütteten auf wenige Zentimeter genau zu orten. Derzeit funktionert die übliche Ortung über Funkzellen bei Handys noch nicht. Aus diesem Grund suchen die Forscher derzeit noch verschiedene Konzepte um auch ein Handy von bspw. Verschütteten sehr genau orten zu können. Die Forscher erweitern den Lawinenrettungsnavigator um ein paar Komponenten.

Auf dem European Satelite Navigation Competition 2009 wurde die Idee des “Digitalen Lawinen-Suchhunds/Lawinennavigator” aus über 100 Einreichungen mit dem 1. Platz ausgezeichnet.

Zur Entwicklung des Systems nutzen die Forscher die »Galileo Test- und Entwicklungsumgebung« GATE in Berchtesgaden. Auf sechs Berggipfeln stehen dort Sendeantennen die Galileo-Signale simulieren. Signale des neuen Konepts sollen ab 2012 mit den bereits verfügbaren Satelliten-Navigationssystemen GPS und dem russischen Glonass kombinieren. Das Projekt wird von einem Konsortium regionaler Unternehmen, Instituten und Hochschulen in Zusammenarbeit mit der Bergwacht Berchtesgaden und der Bayrischen Polizei sowie der Bundespolizei umgesetzt und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie gefördert.

Bildquelle: © Rolf Handke/rohavideo / PIXELIO

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