Seit neuestem gibt es eine „Sightseentour“ in Los Angeles, USA, die LA Gang Tours. Sie führt direkt durch das „Ganggebiet“ des südlichen Los Angeles. Wie in einigen Städten Amerikas, gibt es Gegenden, die man als Tourist nicht betreten sollte, da dort Lebensgefahr besteht. Auch Los Angeles hat solch ein Gebiet. Es heißt seit 2003 South Los Angeles, um nicht mehr den Eindruck einer sehenwürdigen Innenstadt zu erwecken. Zuvor hieß es South Central (südliche Innenstadt). Die einzigartige Geschäftsidee dafür hatte Alfred Lomas, 45, ein früheres Mitglied der Florencia 13 Gang, einer Latinogang in LA. „Viele sind von Gangs fasziniert. Wir können die Probleme entweder direkt ansprechen und so die Problematik wieder zu Bewusstsein bringen, die positiven Dinge, die in diesen Gegenden geschehen, ansprechen oder das Ganze unter den Teppich kehren.“
Die Führungen sollen einen Einblick gewähren. Sie finden einmal im Monat statt und kosten 65US$ pro Person. Um die Sicherheit der Gäste zu garantieren, hat Lomas einen „Waffenstillstand“ der Gangs erwirkt. Die Tour führt von einem typischen Betonflussbett, wie es oft in Filmen als Treffpunkt einer Gang gezeigt wird, zum Gefängnis.

Dann geht es weiter durch ein Industriegebiet, vorbei an grauen Warenhäusern, Graffiti, Geschäften und anderen „wichtigen“ Stellen, wie den Geburtsort der Black Panther Party oder das Symbionese Liberation Army Shoot Out. Während der ganzen Fahrt darf nicht fotografiert und gefilmt werden, um die Privatsphäre der Anwohner zu achten. Erst am Schluss darf am Pico Union Graff Lab ausgestiegen werden. Dort befinden sich typische Graffiti, die aber genehmigt sind. Während der ganzen Fahrt erzählt Alfred Lomas über die schwierige Geschichte dieser Gegend und aus seinem Leben als Ex-Gangmitglied.

Reporter betrachten die Graffitiwände an der Graff Lab während einer „LA Gang Tour“. (Bildquelle: AP Photo / Hector Mata)
Angedacht ist, dass 10 Zeilzeitjobs durch diese Touren entstehen und somit auch einen Weg aus der Gang aufgezeigt werden kann. Lomas hat hierfür diese Nonprofit – Gesellschaft gegründet und investiert in Scholarships und Mikroanleihen für die Bewohner dieser Gegend, um auch Arbeitsplätze dorthin zu bringen.





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