Gestern haben wir mit den Gründern von Wikando ein Interview geführt:
Bitte beschreiben Sie die neue Idee „Wikando“:
wikando.com ist die Web 2.0 Plattform für gesellschaftliches Engagement.
Regionale und internationale soziale Projekte können mit wikando innovatives Online-Fundraising betreiben und darstellen, welche Hilfe sie brauchen. Unternehmen und Privatpersonen können sich mit einem eigenen Profil auf wikando präsentieren und diese Hilfsprojekte nicht nur mit Geld- und Sachspenden unterstützen, sondern auch ehrenamtliche Hilfe und Tipps zur Verfügung stellen. Eine Familie will ihren alten Computer verschenken? Eine Hilfsorganisation sucht Schulmaterial? Eine Versicherung möchte Geld spenden? – auf unserer Engagement-Plattform finden sie zusammen. Dabei ist wikando vor allem eins: transparent. Alle Spenden kommen zu 100% bei den Projekten an.
Wie ist die Idee entstanden?
Die Idee, eine Internetplattform für gesellschaftliches Engagement zu gründen, hatten wir, Mirjam Maier (28) und Peter Kral (28), während unserer Rucksackreise durch Asien, Australien und Amerika. Dort entstand der Wunsch, gesellschaftliches Engagement unkompliziert und erlebbar zu machen und gleichzeitig nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen dazu zu motivieren.
Im Zuge der Web 2.0 Bewegung und der steigenden Bedeutung von Online-Fundraising für Projekte einerseits und Corporate Social Responsibility für Unternehmen andererseits, beschlossen wir, eine Engagement-Plattform zu entwickeln. Diese sollte die Bedürfnisse sozialer Projekte sowie deren Unterstützer
– den Unternehmen und Privatpersonen- erfüllen und die Gruppen miteinander verbinden.
Jeder sollte die Möglichkeit bekommen, unkompliziert Gutes zu tun und sein Engagement auch zu präsentieren.
Gibt es eine konkrete Situation, in der die Idee dafür entstanden ist?
Die Idee von wikando entstand in keiner konkreten Situation. Schon während des Studiums hatten wir uns überlegt, wie man Technologie zur Lösung gesellschaftlicher Probleme einsetzen könnte. Diese Überlegungen wurden schließlich während unserer Rucksackreise immer konkreter – und wir kamen zu dem Schluss, dass das Internet aufgrund seiner Reichweite und der steigenden Bedeutung des Web 2.0 das ideale Medium ist, um Projekte und Engagierte zusammenzubringen.
Seit wann arbeiten Sie schon daran?
Wir haben im April 2008 die ixenio GmbH gegründet, die wikando entwickelt und betreibt.
Mit Gründung der GmbH und einem kleinen Team zur Unterstützung, begannen wir unsere Idee einer Engagement-Plattform umzusetzen. Nach einem Jahr Entwicklung ist wikando am 29. April 2009 online gegangen.
Doch wikando ist noch nicht abgeschlossen: Wir erweitern die Plattform stetig. Momentan überarbeiten wir unsere Startseite. Dazu haben wir unter dem Motto „Macht mit und gebt wikando einen neuen Look!“ die Community auf unserem Blog zu einer Abstimmung über den Entwurf unserer neuen Startseite aufgerufen. Das ausführliche Feedback, das wir während dieser zwei Wochen bekamen, haben wir gesammelt und arbeiten nun mit unserer Web-Designerin Marie an der Umsetzung.
Welche Höhepunkte und Rückschläge gab es bei der Umsetzung?
Als es nach der Gründung der ixenio GmbH mit der Entwicklung unserer Plattform los ging und wikando nach und nach Form annahm, war das ein erster Erfolg für uns und unser Team, der uns immer weiter motiviert hat. Unsere Euphorie wurde allerdings etwas gebremst, als uns klar wurde, dass wir den angekündigten Launchtermin im Dezember 2008 nicht einhalten können. Wir hatten uns eine zu enge Deadline gesetzt.
Nach diesem kleinen Rückschlag konnten wir uns wieder entspannter an die Fertigstellung der Plattform machen, bis dann am 29. April 2009 der größte Höhepunkt unserer bisherigen Arbeit folgte: der Start von wikando. Als sich am selben Abend die ersten Projekte, Privatpersonen und Unternehmen registriert und sogar schon gespendet haben, war das die Krönung unserer Arbeit.
Welche Märkte bzw. Kundengruppen sollen durch die Software-Lösung angesprochen werden?
wikando verbindet drei unterschiedliche Nutzergruppen: Non-Profit-Organisationen, KMUs und engagierte Privatpersonen. Durch unsere innovative Online-Fundraising-Dienstleistung sprechen wir gezielt den wachsenden Online-Spenden-Markt an.
Welche Vorteile werden Ihre Kunden dadurch haben?
wikando eröffnet sozialen Projekten einen neuen, einfachen und kostenlosen Weg im Internet, neue Unterstützer und auch langfristige Sponsoren für sich zu gewinnen. Als Online-Fundraising Instrument bietet wikando.com Hilfsprojekten eine Plattform, sich und ihren konkreten Bedarf multimedial mit Bildern, Videos und Texten auf ihrer eigenen wikando Webseite darzustellen. Dabei können sie neben Geldspenden auch Sachmittel, Wissen, oder ehrenamtliche Mitarbeiter (Zeitspenden) einwerben.
Privatpersonen und Unternehmen haben die Möglichkeit, sich weltweit in unterschiedlichen sozialen Netzwerken mit den Projekten zu verknüpfen. Nach dem Motto „Erlebe Engagement“ können Privatpersonen und Unternehmen Projekte nachhaltig unterstützen und sehen, was ihr Engagement bewirkt.
Ohne großen Aufwand setzen Unternehmen so ihr komplettes Engagement , ihre CSR Maßnahmen zeitgemäß um und beweisen Nachhaltigkeit.
Privatpersonen, die sich für die Gesellschaft einsetzen möchten, können sich auf wikando unkompliziert über Projekte und Unternehmen informieren und soziale Projekte unterstützen. Darüber hinaus haben sie beispielsweise die Möglichkeit als Reporter über Projekte zu berichten, neue Mitglieder zu werben oder sich ehrenamtlich zu engagieren.
wikando möchte einen offenen Umgang für den oft zu anonymen Spendenprozess schaffen und Engagement erlebbar machen.
Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in 5 Jahren?
In fünf Jahren sehen wir wikando als internationale Engagements-Plattform, die als soziales Unternehmen schon zahlreichen Hilfsprojekten zu deren Unterstützern und Verwirklichung verholfen hat.
Haben sich eventuell Investoren und Business Angels an Ihrem Unternehmen beteiligt?
Nein, bisher sind wir die alleinigen Gesellschafter. Allerdings befinden wir uns momentan auf der Suche nach Investoren und Business Angels.
Haben Sie Preise bzw. Auszeichnungen für Ihre Idee bzw. Businessplan erhalten?
Wir haben im Dezember 2008 den enable2start Wettbewerb der Financial Times Deutschland gewonnen und werden seitdem mit einer wöchentlichen Berichterstattung von der FTD begleitet. (www.ftd.de/gruendung). Außerdem erhalten wir seit Februar 2009 das EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, des Europäischen Sozialfonds und der Europäischen Union.
Darüber hinaus wurden wir auch beim Businessplan Wettbewerb Schwaben ausgezeichnet.
Unternehmen bilden die Finanzierungsgrundlage für wikando. Sie bezahlen eine monatliche Gebühr, die von der Mitarbeiterzahl abhängig ist.
- Unternehmen bis 15 Mitarbeiter 9,90 €
- Unternehmen mit 16-250 Mitarbeiter 19,90 €
- Unternehmen mit 251-1000 Mitarbeiter 49,90 €
- Unternehmen ab 1001 Mitarbeiter 99,90 €
Weiterführende Informationen und Bilder finden Sie unter http://www.wikando.com



Ist ne nette Idee.. bin viel im Internet unterwegs – hab aber davon noch nichts gelesen. Gefällt mir sehr gut und werde die Idee in meinem Bekanntenkreis anbringen!